22
Jan
12

Der Riss

Reblogged from Zakkinen's Blog:

Die Bezüge und Laken meines Bettes sind weiß. Oder besser, sie waren es, als ich sie aufzog. Am Anfang. So weiß wie die Wände dieses Raumes. Ohne eine Spur. Der hölzerne Boden stört den Eindruck, doch den sehe ich nicht von hier, wo ich liege, in meinem Bett, meist auf dem Rücken mit dem Blick zur Zimmerdecke. Schon lange liege ich hier, so lange, dass ich gelernt habe, den Dingen Veränderung zuzugestehen. Quer über die Decke läuft ein Riss. Recht dünn, nicht ganz gerade, im Zickzack, mäandernd …

Audioversion hinzugefügt.
18
Dez
11

Zu viel Dunkel

Stammplatzinhaber
Liebe Dinge
Patinakrusten
Schöne Dinge
Requisiten für Stillleben
Verstellen das Laut-Leben

26
Nov
11

Tableau Lesung

11
Nov
11

Die Anderen

Grauer Hund in
bunter Menge,
bell besser nicht
und beiß nicht!
Weiß man doch nie
wie das Licht sich dreht.
Und der Wind spinnt
Nebelfäden.
Still, still!
Still, still!

29
Okt
11

Gegen Stahl

Zäune, Gitter
mehr davon
Panzerplatten
das Weiche schützen vor dem Harten
vor den vielen
mit Stahl gegen Stahl
Rücksicht erzwingen

10
Aug
11

Weg

Der staubige Acker erstreckt sich bis an den Horizont. Darüber hinaus, vielleicht. Stumpfes Braun so weit ich sehen kann, nichts, was mir zur Orientierung taugt. Ich wundere mich, warum man hier in konzentrischen Kreisen pflügt, das macht es schwer, geradeaus zu gehen. Da sehe ich in einiger Entfernung einen Menschen. Einen Mann, weder jung, noch alt wie mir scheint, etwa in meinem Alter. Steht einfach nur so da, blickt in die Ferne, dreht sich gelegentlich ein wenig, als wisse er nicht wohin.
Eintönig grau liegt der Himmel über uns, ein Windstoß wirbelt Dreck auf. Sicher wird es bald regnen. Mich dauert der Mann mit seinen hängenden Schultern. Leicht gebeugt steht er da und wirkt kleiner, als er wahrscheinlich ist. Vielleicht hat er sich verirrt, den Weg verloren? Vielleicht braucht er Hilfe? Ich stapfe eine gerade Linie durch den zerfurchten Grund, hin zu ihm. Er erblickt mich, schaut böse und schreit mich an: „Geh fort! Geh endlich fort! DU stehst mir im Weg!“

10
Aug
11

Walther

Der Traum kehrt immer wieder. Im Grunde genommen ist es gar kein Traum, eher eine Phantasie. Ich lade eine Waffe durch, eine schwarze Pistole. Vermutlich eine Walther P1. Der Traum beruhigt mich, kurz vor dem Endlich-Einschlafen. Soweit ich mich erinnere, schieße ich nie.
Ich könnte, ich weiß, wie das geht. Aber ich tue es nicht. Statt dessen schlafe ich ein. Doch die Bewegung ist da, das Klicken beim Einrasten des Magazins, das Zurückziehen und Loslassen des Schlittens. Ich spüre das schwere Metall, den Druck des Sicherungshebels am rechten Daumen, seltsam vertraut. Dann schlafe ich ein. Im Bewusstsein, dass ich das kann. Wenn ich will. Das beruhigt mich – das beunruhigt mich.

05
Aug
11

Die Photos

sind umgezogen. Jetzt hier: photo.zakkinen.net

21
Mai
11

Steppe

Strahlen wandern von Horizont zu Horizont,
zeichnen einen perfekten, ungebrochenen Kreis.
Das Leben duckt sich, mit dem Bauch an
harte Erde gepresst, unsichtbar im braunen Gras.
In der Hitze flirrt die Luft, Schemen zittern vage.
Berge, Seen? Der Duft von frischem Heu?
Von Deiner Haut im Sommer?
Trugbilder! Es existiert nichts
jenseits der heimgewordenen Steppe.

16
Mai
11

Nieseltag

Aufgewacht mit
Saurem Magen von
Süßen Träumen.
Dem Tag in seine
Graue Fratze gespuckt,
durch den Regen geradelt
Wie ein einfach
Rotes Klischee




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