Gruß an die Schläferin

26. Januar 2008

Gute Nacht, Du Ungenannte,
Unbekannte schöne Frau.
Wenn ich Deinem Atem lausche -
Voll Vertrauen – wird mir flau.

Hast Du nicht bemerkt das böse
Glänzen in dem feuchten Blick?
Wenn ich mich nun von Dir löse,
Komme ich nicht mehr zurück.

Und den Namen, den ich sagte,
Findest Du in keinem Buch.
Dass ich Deinen nicht erfragte,
Spart mir, dass ich später such.

Denn so ist’s, ich kann nicht treu sein,
Bin der, der sein Wort stets bricht.
Jeden Tag muss alles neu sein,
Immer Gleiches reicht mir nicht.

Schlafe gut und träum von mir,
Während ich schon lang und weit.
Morgen früh bist nur noch Du hier,
Es war nur für kurze Zeit.

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10 Responses to “Gruß an die Schläferin”

  1. Ele Says:

    Das finde ich sehr schön eingefangen, lieber Z.
    Es läd besonders zum wiederholten Lesen ein, weil es dem Leser das Urteil überlässt. Letztendlich kann man es zynisch, mit leichter Ironie oder aber mit vollem Ernst lesen und jedesmal offenbart es eine andere Preson als “Ich”. Toll!
    Viele Grüße, ele

  2. Janice Says:

    Hier muss ich kurz innehalten und selbst kurz Luft holen!!!

    Janice

  3. Janice Says:

    Oha … jetzt schau mal rechts im Blogroll .. daher kam der Referrer :) Mal sehen was ihn hier so verweilen trieb … wenn es so weiter geht wie in diesen Zeilen …. dann versteh ich nicht warum er überhaupt zu mir weitersurfen wollte

    Dankeschön Zakkinen!!!

    LG
    Janice (in her nutshell)

  4. zakkinen Says:

    Warum soll ich nicht weitersurfen, Janice. Schließlich kenn ich meinen Scheiß schon ;-)
    Henkki

  5. Janice Says:

    Vielleicht sollten wir mal für 7 Tage die Blog’s tauschen ;)

    LG
    Janice


  6. Ein sehr schönes Gedicht, gefällt mir echt gut. Ich hoffe, wir kriegen noch mehr dieser Sorte zu lesen! Selten habe ich ein so ehrlich klingendes Gedicht gelesen!

  7. jmdragoon Says:

    llustiger blogrollkreis ham wa hier :D

    @gedicht: kleines one-night-stand? ;)
    aber toll ^^


  8. [...] ist die alte Version zum Vergleich Posted in Gedichte, Poesie [...]

  9. primel Says:

    Trocken und ziemlich spöttisch und noch dazu gut gelesen. Also wäre ein Oho! angebracht. Trotzdem stört mich das Widersprüchliche in der ersten Strophe, wo das “unbekannt” für das Sich-fremd-Bleiben zu stark ist, und der syntaktische Lapsus
    “Während ich schon lang und weit”, wenn vielleicht ein “lange weit” noch akzeptable wäre.

  10. zakkinen Says:

    @primel: wieso meinst Du, dass das “unbekannt” zu stark ist? Kann ich nicht so sehen.
    Die kleine Spielerei mit den Worten lang und weit wirst Du mir wohl auch lassen müssen. Ich mag es so.

    Henkki

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