Gruß an die Schläferin
26. Januar 2008
Gute Nacht, Du Ungenannte,
Unbekannte schöne Frau.
Wenn ich Deinem Atem lausche -
Voll Vertrauen – wird mir flau.
Hast Du nicht bemerkt das böse
Glänzen in dem feuchten Blick?
Wenn ich mich nun von Dir löse,
Komme ich nicht mehr zurück.
Und den Namen, den ich sagte,
Findest Du in keinem Buch.
Dass ich Deinen nicht erfragte,
Spart mir, dass ich später such.
Denn so ist’s, ich kann nicht treu sein,
Bin der, der sein Wort stets bricht.
Jeden Tag muss alles neu sein,
Immer Gleiches reicht mir nicht.
Schlafe gut und träum von mir,
Während ich schon lang und weit.
Morgen früh bist nur noch Du hier,
Es war nur für kurze Zeit.
28. Januar 2008 at 9:40
Das finde ich sehr schön eingefangen, lieber Z.
Es läd besonders zum wiederholten Lesen ein, weil es dem Leser das Urteil überlässt. Letztendlich kann man es zynisch, mit leichter Ironie oder aber mit vollem Ernst lesen und jedesmal offenbart es eine andere Preson als “Ich”. Toll!
Viele Grüße, ele
28. Januar 2008 at 21:59
Hier muss ich kurz innehalten und selbst kurz Luft holen!!!
Janice
28. Januar 2008 at 22:01
Oha … jetzt schau mal rechts im Blogroll .. daher kam der Referrer
Mal sehen was ihn hier so verweilen trieb … wenn es so weiter geht wie in diesen Zeilen …. dann versteh ich nicht warum er überhaupt zu mir weitersurfen wollte
Dankeschön Zakkinen!!!
LG
Janice (in her nutshell)
29. Januar 2008 at 2:55
Warum soll ich nicht weitersurfen, Janice. Schließlich kenn ich meinen Scheiß schon
Henkki
29. Januar 2008 at 10:37
Vielleicht sollten wir mal für 7 Tage die Blog’s tauschen
LG
Janice
21. Februar 2008 at 22:03
Ein sehr schönes Gedicht, gefällt mir echt gut. Ich hoffe, wir kriegen noch mehr dieser Sorte zu lesen! Selten habe ich ein so ehrlich klingendes Gedicht gelesen!
25. März 2008 at 16:49
llustiger blogrollkreis ham wa hier
@gedicht: kleines one-night-stand?
aber toll ^^
28. Juli 2008 at 21:27
[...] ist die alte Version zum Vergleich Posted in Gedichte, Poesie [...]
13. Dezember 2008 at 18:01
Trocken und ziemlich spöttisch und noch dazu gut gelesen. Also wäre ein Oho! angebracht. Trotzdem stört mich das Widersprüchliche in der ersten Strophe, wo das “unbekannt” für das Sich-fremd-Bleiben zu stark ist, und der syntaktische Lapsus
“Während ich schon lang und weit”, wenn vielleicht ein “lange weit” noch akzeptable wäre.
31. Dezember 2008 at 18:39
@primel: wieso meinst Du, dass das “unbekannt” zu stark ist? Kann ich nicht so sehen.
Die kleine Spielerei mit den Worten lang und weit wirst Du mir wohl auch lassen müssen. Ich mag es so.
Henkki