Krise 713
1. Juli 2008
Würden Sie, junge Frau, einem alten Mann erlauben?
Oh bitte, nein, es ist nicht, keinesfalls so, wie sie glauben!
Es ist, Sie riechen nur so gut;
In meinen Adern fließt noch Blut.
Einmal habe ich ganz heimlich Sie im Supermarkt berührt.
Haben Sie, es ist mir peinlich, denke ich, nicht mal gespürt.
Doch für mich war’s reinste Wonne,
Regentrotz schien mir die Sonne.
Darf ich denn, wenigstens, aus der Ferne Sie betrachten?
Es tat weh, wissen Sie, wie sie kürzlich mich verlachten.
Ach, mein Kopf, der war so rot,
Und ich bin noch längst nicht tot.
Aber sicher möchte ich - äußerst gerne - Sie mal küssen,
Müsste ich, und das ist sicher, jahrelang noch dafür büßen.
Wär’s doch schön, noch mal zu leben;
Würd mein Leben dafür geben.
Meine Frau, ich bitte Sie, weiß natürlich nichts davon!
Ich bin süß, finden Sie? Nein, ich habe keinen Sohn.
Ich bin was? Sie müssen gehn?
Viel zu alt? Auf Wiedersehn?!
Turm
24. Mai 2008
Verschlossen sind Türen und Fenster,
Gebrochen die Rose im Sturm.
Wünscht zurück sich, die seine niemals war,
Märchenprinzessin im Turm.
Die auf den kurzen Beinen
Nahmen der Liebe die Kraft.
Kein Klagen und kein Weinen -
Sie haben es nicht geschafft.
Verheilen die Schnitte und Schrammen
Kommt vielleicht dann wieder ein Prinz.
Und kämen sie nochmal zusammen,
Spräch er: Liebste, ich bin’s?
o.T.
6. Mai 2008
Auf der Spur eines Traums
In die Wüste gegangen.
Wer voll von Glück ist
Kann die Wahrheit nicht sehn.
Nach Ende des Traums
In der Wüste gefangen.
Der Weg zurück ist
Viel schwerer zu gehn.
Strand
3. April 2008
Die Sehnsucht, die wird nie vergehn,
Auch in vielen, vielen Jahren nicht.
Hier stehn, in die Ferne sehn,
Warten auf das letzte Licht.
Die Träume bleiben, Chancen kaum.
Wind im Haar, hinter mir das Land.
Wellen brechen, wilder Schaum,
Laufen aus im feinen Sand.
Fern am Horizont ein Schiff zu sehn.
Es fährt fort und ich bleib hier.
Wann kann und darf ich auch mal gehn?
Wann endlich breche ich mit mir?
Die Sonne sinkt, die Glut erlischt;
Der Wind frischt auf, wird langsam kalt.
Auf meiner Haut spür ich die Gischt,
Und denke, ich werd langsam alt.
Ich kehre um und geh nach Haus
Und bleibe weiter was ich kann.
Die Flut löscht meine Spuren aus.
Ich komme wieder, irgendwann.
Ich kann nicht mehr
1. April 2008
Ich kann nicht mehr schreiben,
Weil jedes Wort mich verrät.
Keine Zeile darf bleiben,
Und schon ist’s zu spät.
Ich kann nicht mehr spechen.
Für jedes Wort, das ich sag,
Kommen sie, sich zu rächen,
Jede Silbe ein Schlag.
Ich kann nicht mehr reimen,
Jedes Wort bringt mich um.
Statt weiter zu schweigen
Bleib ich lieber stumm.
Gummizelle
17. März 2008
Nach rechts,
geradeaus,
zurück, mit Anlauf,
gegen die Wand.
Nochmal, nochmal!
Durchbruch!!
Zu früh,
zu spät, links,
Pause, Pause!
Auf drauf los,
mit Gewalt, mit Gewalt!
Verzweiflung.
Drehn, drehn,
immer im Kreis.
Übelkeit.
Untermut.
leg Dich hin, leg Dich
einfach hin.
A in Rot
10. Februar 2008
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
AAAAAAAAAAAAAAAAA
A
A
Gruß an die Schläferin
26. Januar 2008
Gute Nacht, Du Ungenannte,
Unbekannte schöne Frau.
Wenn ich Deinem Atem lausche -
Voll Vertrauen - wird mir flau. Read the rest of this entry »
Voll
25. Januar 2008
Wenn die Tage länger werden
Mag sein, dann ist es gut zu gehn
Wenn Säfte schießen und es schmerzt
Wird es Zeit, auf Wiedersehn Read the rest of this entry »
Dunkelheit
27. Dezember 2007
Dein Strahlen hat mich gebrannt
Gold glänzt auf Deinen Lippen
Deine Augen sind dunkler noch
Als Kohle und das rauhe Kratzen
Deiner Stimme raubt mir den Verstand
Kein Wort verstehe ich von dem
Was Du sagst und Du lachst
Lachst mich aus oder an, wer weiß
Doch noch lange nachdem Du fort bist
Klingt der Nachhall, scheint das Bild