Manchmal ist es Leere
Auf den allerersten Blick
Ich kann Dich nicht lieben
Bitte geh, komm nicht zurück
Verlasse jetzt mein Leben
Dreh Dich um und nimm dir Tür
Du kannst nicht dagegen
Und ich kann nichts dafür
Denn da ist nur Leere
Auf den ersten Blick
Abrundtiefe Leere
Auf den ersten Blick
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Auf den ersten Blick
Bleiben wir mal bei Euklid
Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist eine Gerade.
Zwei parallele Geraden treffen sich nie.
Wie eine zarte Pflanze hab ich den Traum gehegt. Er wuchs, er gedieh.
Ich glaubte, ich könnte der Welt enfliehen. Ungebunden durch unsere beschlossenen Leben und doch ohne die alten Versprechen zu brechen. Mit Dir wollte ich neben dem Leben leben – in einer Kapsel aus gestohlener Zeit. Die grausamen Uhren wollte ich anhalten für Dich, die ehernen Gesetze brechen, die Moral verlachen und mit leichter Zunge lügen.
Nichts versprechen, nichts verlangen. Niemals – besitzen.
Dann ging der Mut verloren. Was blieb, war die Schuld.
Ich habe den Traum aus dem Treibhaus genommen. Mag ihn nicht mehr wachsen sehn.
Denn mir träumte von parallelen Welten, die sich im Unendlichen berühren.
Herbstgärtnern
Einen Rosenstock außzureißen,
wenn er erst mal fest verwurzelt ist,
ist nicht einfach.
Ich muss mit beiden Händen
fest zugreifen und zerren,
aber will ich das?
Krise 713
Würden Sie, junge Frau, einem alten Mann erlauben?
Oh bitte, nein, es ist nicht, keinesfalls so, wie sie glauben!
Es ist, Sie riechen nur so gut;
In meinen Adern fließt noch Blut.
Einmal habe ich ganz heimlich Sie im Supermarkt berührt.
Haben Sie, es ist mir peinlich, denke ich, nicht mal gespürt.
Doch für mich war’s reinste Wonne,
Regentrotz schien mir die Sonne.
Darf ich denn, wenigstens, aus der Ferne Sie betrachten?
Es tat weh, wissen Sie, wie sie kürzlich mich verlachten.
Ach, mein Kopf, der war so rot,
Und ich bin noch längst nicht tot.
Aber sicher möchte ich – äußerst gerne – Sie mal küssen,
Müsste ich, und das ist sicher, jahrelang noch dafür büßen.
Wär’s doch schön, noch mal zu leben;
Würd mein Leben dafür geben.
Meine Frau, ich bitte Sie, weiß natürlich nichts davon!
Ich bin süß, finden Sie? Nein, ich habe keinen Sohn.
Ich bin was? Sie müssen gehn?
Viel zu alt? Auf Wiedersehn?!
Turm
Verschlossen sind Türen und Fenster,
Gebrochen die Rose im Sturm.
Wünscht zurück sich, die seine niemals war,
Märchenprinzessin im Turm.
Die auf den kurzen Beinen
Nahmen der Liebe die Kraft.
Kein Klagen und kein Weinen -
Sie haben es nicht geschafft.
Verheilen die Schnitte und Schrammen
Kommt vielleicht dann wieder ein Prinz.
Und kämen sie nochmal zusammen,
Spräch er: Liebste, ich bin’s?
Gruß an die Schläferin
Gute Nacht, Du Ungenannte,
Unbekannte schöne Frau.
Wenn ich Deinem Atem lausche -
Voll Vertrauen – wird mir flau. weiterlesen ‘Gruß an die Schläferin’
Tor
Ich finde Nächte keinen Schlaf,
Benehm mich dämlich, wie ein Schaf.
Die Knie zittern, bist Du nah,
Mein Herz, das schlägt ganz sonderbar.
Krank bin ich nicht, sonst geht’s mir fein.
Das soll kein Grund zur Sorge sein.
Ich ahne schon was hier passiert,
Wenn auch mein Kopf sich etwas ziert. weiterlesen ‘Tor’
Erwacht
Ich träume von Dir
Du bist ganz nah
Hier bei mir
Es ist wunderbar
Ich drehe mich um
Und will Dich küssen
Doch zu dumm
Ist’s doch nur mein Kissen
(Herbst 1985)
o.T.
Einen Korb gekriegt
Glasklar und nüchtern
Der Glanz in den Augen
Lockte mich aufs Eis
Die Nacht zu versuchen
Dummheiten wandeln sich mit den Jahren
Zu Erfahrung
Und für manches gibt es
Falsche Zeit
Ich weiß, was ich tue
Nicht mehr
Und nicht weniger
Ein Schub Adrenalin
Ein Rausch in einem Lachen geboren
In diesem Lachen stirbt er auch.
(1991)
O.T.
Ich vergess Dich nie
Bis jemand anderes kommt
Du erwartest zu viel von mir
Du erwartest ein Kind
Du erwartest zu viel von mir
(1991)